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Wird Vodafone bald amerikanisch? – US-Mobilfunkriese AT & T mit Übernahmeplänen

Vor gar nicht all zu langer Zeit hat Vodafone den Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland übernommen und Telefónica Deutschland mit seiner Tochtermarke o2 sich den deutschen Konkurrenten E-Plus unter den Nagel gerissen. Und nun steht möglicherweise der nächste große Deal in der Mobilfunkbranche an. Allerdings ist das diesmal ein regelrechter Megadeal, denn es geht um Vodafone.

Nach Informationen des Branchendienstes Bloomberg hat es bereits Verhandlungen zwischen dem amerikanischen Netzbetreiber AT & T und dem britischen Mobilfunkkonzern Vodafone gegeben.

AT & T möchte demnach schon im kommenden Jahr 2014 den Deal abschließen. Damit würde der amerikanische Konzern zum größten Telekommunikationsanbieter der Welt aufsteigen.

AT & T

AT & T Telefonzelle – Bild: Wikipedia

Momentan hat Vodafone inklusive seiner verschiedenen Tochternunternehmen knapp 404 Millionen Kunden weltweit und ist damit die globale Nummer 2 hinter China Mobile mit ca. 703 Millionen Kunden.

Erst vor wenigen Monaten hatte Vodafone bekanntgegeben, seine Anteile an dem amerikanischen Telekommunikations-Joint-Venture Verizon Wireless zu verkaufen und sich damit vollständig aus dem US-Markt zurückzuziehen.

Im Jahr 2011 verkaufte Vodafone bereits seinen Anteil von 44% an dem französischen Netzbetreiber SFR.

Aber auch AT & T war in Sachen Shopping nicht untätig: Im März 2011 kündigte das Unternehmen den Kauf von T-Mobile USA, einem Tochterunternehmen der Deutschen Telekom, an. Dieser Deal platzte allerdings auf Grund einer Klage des US-Justizministeriums bei der US-Wettbewerbsbehörde.

Nun haben sich die Jungs und Mädels von AT & T also Vodafone ausgeguckt. Wie Bloomberg weiter berichtet, möchte AT & T wohl auch kräftig in die Infrastruktur investieren. Schon einmal der erste Grund, warum ich persönlich für den Deal wäre. Allerdings denke ich auch, dass ein solcher Deal so manchem Wettbewerbsrechtler oder Mitarbeiter der verschiedenen Kartellbehörden sauer aufstoßen könnte.

Vodafone Shop

Vodafone Shop in Rumänien – O mores, Wikipedia/GNU

Bis jetzt gibt es noch keine offiziellen Angaben zu diesen Plänen. Doch wenn sich diese Übernahme bewahrheiten sollte und der unwahrscheinliche Fall eintritt, dass die Kartellbehörden den Deal einfach so durchwinken, könnte es wohl zu einem ordentlichen Sturm in der Mobilfunklandschaft kommen. Möglicherweise würden zum Beispiel dann Telefonate von hier in die USA und andersherum günstiger und auch die Preise im Allgemeinen würden einen Abwärtsflug machen, den zum Beispiel auch die Deutsche Telekom wohl oder übel mitmachen müsste.

Ich persönlich sehe das Ganze etwas zwiegespalten mit einer langen Pro-, aber auch einer kleinen Contra-Liste. Einerseits würden vor allem die Kunden und Endverbraucher, also wir, profitieren. Andererseits würde ein solches Monopol auch mit sich bringen, dass sich alle anderen Anbieter danach richten müssten und sozusagen auch ein bisschen die „Vielfalt“ verloren gehen würde.

Was sagt ihr? Gut oder schlecht? „Das ist doch alles bloß, weil die NSA uns noch besser überwachen können möchte“? „Ist mir egal, Hauptsache ich kann so viel wie möglich zum kleinstmöglichen Preis mobil surfen, telefonieren und simsen“? Ab damit in die Kommentare!

Via: CHIP Online; Bloomberg; Wikipedia: AT & T; Vodafone Group; SFR; China Mobile