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Watchever schließt Ende des Jahres seine Pforten

Watchever schließt Ende des Jahres seine Pforten

Schon länger war klar, dass der Konkurrenzkampf zwischen den Streaming-Anbietern groß ist und nicht alle überleben werden. Nun verlässt die Online-Videothek Watchever als erster den deutschen Markt und geht Ende 2016 offline. Vor allem gegen den Internet-Riesen Amazon konnte sich der Konzern nicht durchsetzen und erlitt in den letzten Jahren – trotz groß angelegter Werbe-Kampagnen – herbe Verluste.

Zunächst hatte die französische Wirtschaftszeitung „Les Échos“ davon berichtet, dass der französische Medienkonzern Vivendi seinen deutschen Streaming-Dienst Watchever schließen würde, nun wurde diese Nachricht auch deutschen Presseagenturen bestätigt. In Deutschland ging Watchever 2013 online und beschäftigt zur Zeit etwas unter 20 Mitarbeiter in Berlin. Bei Watchever können Kunden gegen einen monatlichen Beitrag Filme und Serien online schauen, allerdings hatte die Plattform von Anfang an Probleme sich gegen Amazon, Netflix und Maxdome durchzusetzen.

Während Amazon von seiner Prime-Mitgliedschaft profitiert, die Kunden nicht nur das kostenlose ansehen einer Vielzahl von Filmen und Serien ermöglicht, sondern auch die Nutzung des eigenen Musikdienstes und kostenlosen Versand umfasst, konnte Netflix dank einer groß angelegten Marketing-Kampagne in Deutschland Fuß fassen, wobei die Ergebnisse hinter den Erwartungen bleiben.

Zuletzt versuchte Wachever seine Bekanntheit durch eine groß angelegte Werbekampagne mit Till Schweiger zu steigern. Diese kostetet den Konzern jedoch Millionen, brachte aber nicht die erhofften Erfolge, weshalb schon 2013 geschätzt 66 Millionen Euro Verluste gemacht wurden. Den Marktanteil konnte Watchever nie über 3 % steigern, weshalb Vivendi nun die Reißleine zieht. In Deutschland müssen Video-on-Demand-Anbieter zudem mit einem gut aufgestellten und frei verfügbaren öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunkprogramm konkurrieren, weshalb der Markt hier besonders schwer zu erschließen sei.

In Frankreich sollen die bei Vivendi Beschäftigten in andere Konzernbereiche wechseln, auf die man sich in Zukunft verlagern will.