Handy & Smartphone

Mit diesen 7 Maßnahmen schützt du dich vor Handy-Spionage

Nicht nur seitens Nachrichtendiensten oder Kriminellen werden Handys, Smartphones und andere mobile Endgeräte immer öfter abgehört. Auch Privatpersonen können mit frei verfügbaren Spionage-Apps, wie z. B. mSpy, Handys abhören. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Privatsphäre schützen und Handy-Spionage verhindern können.

1. Bildschirmsperre einrichten

Die wohl wichtigste Maßnahme, um sich vor neugierigen Augen zu schützen, ist das Handy mit einer Bildschirmsperre zu versehen. Denn wenn Diebe, eifersüchtige Partner oder kontrollsüchtige Chefs freien Zugriff aus Ihr Handy haben, können sie nicht nur all ihre Daten einsehen, sondern haben auch die Möglichkeit, Spionage-Software auf dem Gerät zu installieren, mit deren Hilfe sie das Handy jederzeit ausspionieren können, ohne direkten Zugriff darauf haben zu müssen.

Dabei ist am besten keinen einfachen PIN-Code zu nehmen, sondern aus mindestens 8-stelliges Passwort, das aus Zeichen, Zahlen, Klein- und Großbuchstaben oder Sonderzeichen besteht. Von Entsperrmustern ist abzuraten, da diese durch Wischspuren auf dem Display nachverfolgt werden können.

Zusätzlich ist es wichtig, für das mit dem Telefon verbundene Nutzerkonto, wie z. B. der Google-Account bei Android oder die Apple-ID beim iPhone, ein sicheres und nicht leicht zu erratenes Passwort zu verwenden, da man sich auch mit dem Nutzerkonto Zugriff auf das Handy verschaffen kann.

2. Handy nicht verleihen

Wer sein Handy verleiht oder anderen Menschen länger Zugriff auf das Handy gewährt, läuft Gefahr ausspioniert zu werden, denn eine Spionage-App ist auf modernen Smartphones schnell und ohne großen Aufwand installiert. Sie sollten Ihr Handy nur an Menschen verleihen, denen Sie zu 100% vertrauen.

3. Nach verdächtigen Apps Ausschau halten

Tiefergehende Handy-Spionage ist nur mit der Installation von entsprechender Software auf dem Handy möglich. Deswegen sollten Sie regelmäßig nach Apps Ausschau halten, die Ihnen unbekannt vorkommen.

Auch kann es hilfreich sein, den Datenverkehr des Handys zu überwachen, denn die meisten Spionage-Apps benötigen ein hohes Datenvolumen, damit überwachte Daten, wie z. B. Fotos, Videos, SMS, Instant-Messenger, Kontakte oder E-Mails, an einen Server gesendet werden können, der diese Daten speichert. Mit einer installierten Spionage-App kann sich Ihr Datenvolumen mitunter verdoppeln oder verdreifachen.

4. Anti-Spionage-Apps installieren

Beim Aufspüren von Handy-Spionage können auch speziell entwickelte Apps helfen. So gibt es zum Beispiel Apps, wie den Privacy Scanner, der über 2.000 Spionage-Apps erkennen und deinstallieren kann. Dabei erkennt Privacy Scanner Spähsoftware z. B. dadurch, dass er installierte Apps auf verdächtige Berechtigungen untersucht.

Auch die App SnoopSnitch ist hilfreich zum Erkennen von Handy-Spionage. Sie überwacht Mobilfunkdaten und warnt vor IMSI-Catchern oder Lauschangriffen via SS7 oder SMS, Techniken die unter anderem von Nachrichtendiensten oder der Polizei verwendet, aber auch von Privatpersonen genutzt werden, um Handys abzuhören und zu orten.

Weitere Infos zu Anti-Spionage-Apps und weitere Apps, mit denen Sie Handy-Spionage entdecken und einen Riegel vorschieben können, finden Sie in diesem Artikel.

5. Virenscanner nutzen

Virenscanner wie zum Beispiel avast! Mobile Security, AVG Antivirus, F-Secure Mobile Security oder Lookout Mobile Security können nicht nur Viren oder Malware erkennen, sondern auch Spionage-Apps oder Apps, die zu viele Daten sammeln oder zu viele Berechtigungen benötigen.

Leider ist dies manchen Herstellern von Spionage-Apps bewusst, weshalb diese Mechanismen in Ihre Apps um die Sicherheitsmechanismen zu umgehen. Gängige Virenscanner sollten allerdings die meisten Schadprogramme erkennen können.

6. Nur Apps aus vertrauenswürdigen Quellen installieren

Viele Viren und Spionage-Apps kommen durch eigene Unachtsamkeit auf das Handy, z. B. dadurch dass man Apps aus E-Mail-Anhängen, von Filesharing-Seiten oder von Dritt-Marktplätzen herunterlädt und installiert, ohne die Vertrauenswürdigkeit der Quelle zu überprüfen.

Generell raten wir dazu, nur Apps aus den offiziellen App-Stores (z. B. Google Play oder iTunes) oder von vertrauenswürdigen Entwicklern zu installieren. Ob ein Entwickler vertrauenswürdig ist, erkennt man z. B. an dessen allgemeiner Bekanntheit und Nutzerzahlen, ob dieser auch Apps in offiziellen App-Stores anbietet oder seitens Android, Apple und Windows als vertrauenswürdig eingestuft wird. Sollte letzteres nicht der Fall sein, wird man vor der Installation in der Regel vom Betriebssystem gewarnt, dass es sich um einen unbekannten oder nicht vertrauenswürdigen Entwickler handelt.

Wer sich unsicher ist, kann Apps auch herunterladen und bei VirusTotal überprüfen, einem ein kostenloser Online-Dienst, der verdächtige Dateien analysiert und Viren, Würmern, Trojanern und sonstige Schadsoftware erkennt.

7. Führen Sie kein Jailbreak am Smartphone durch

Als Jailbreak bezeichnet man das Entfernen von Nutzungsbeschränkungen bei Smartphones, die der Hersteller im Betriebssystem aus Gründen der Stabilität und Sicherheit eingerichtet hat.

Ein Jailbreak kann Vorteile haben, da er Nutzer mehr Möglichkeiten gibt, das eigene Smartphone zu personalisieren und Systemdateien zu ändern. Allerdings bieten Smartphones mit Jailbreak auch mehr Angriffsfläche und sind anfälliger für Viren, Malware oder Spionage-Software, da mit dem Jailbreak wichtige Sicherheitsmechanismen deaktiviert werden. Deshalb raten wir dringend davon ab, einen solchen am eigenen Smartphone durchzuführen oder ein Gerät mit vorhandenem Jailbreak zu kaufen.

Ein Jailbreak führt auch in der Regel dazu, dass die vom Hersteller gewährte Garantie erlischt und man bei einem technischen Defekt keinen Anspruch auf eine Reparatur oder ein Ersatzgerät hat.

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