Handy & Smartphone

Ortung per Akku: Die Ortungsmethode der Zukunft?

Ortung per Akku: Die Ortungsmethode der Zukunft?

Wer nicht möchte, dass sein Handy geortet wird, nimmt in der Regel an, dass dies nicht möglich ist, wenn man zum einen GPS, Bluetooth und W-Lan deaktiviert und zum anderen die Ortung über das Mobilfunknetz verboten hat. Ein Forscherteam der University of Stanford zeigt nun jedoch, dass man ein Handy selbst dann orten kann, wenn man nur die Daten des Akkuverbrauchs zur Verfügung gestellt bekommt. „Powerspy“ (zu deutsch etwa „Stromspion“) nennen die Forscher das Programm, das dies möglich macht.

In Zusammenarbeit mit dem israelischen Rüstungsunternehmen Rafael hat ein Team am Institut für Informatik der Stanford University „Powerspy“ entwickelt und konnte in einer Versuchsanordnung zeigen, dass der Standort mithilfe dieser Methode mit 90-prozentiger Genauigkeit verfolgt werden kann.

Wie genau funktioniert „Powerspy“?

Powerspy nutzt für die Ortung Daten über den Akkuverbrauch. Dies ist möglich, da der Akkuverbrauch steigt wenn man sich von einem Funkmast entfernt und das Signal somit eine längere Strecke zurück legen muss. Auch steigt der Akkuverbrauch, wenn zwischen dem Funkmast und dem Sendegerät Hindernisse liegen, die überwunden werden müssen. Das Programm benötigt somit Daten zum Akkuverbrauch aber keinen Zugriff auf GPS, Bluetooth oder andere Verbindungen.

Interessant ist, dass die Ortung relativ genau gelingt, obwohl der AKkuverbrauch auch schwankt wenn man unterschiedliche Aktionen mit dem Handy durchführt (mobiles Surfen sorgt zum Beispiel für einen stark erhöhten Akkuverbrauch).

Muss man sich Sorgen machen?

Wer nun befürchtet, dass Powerspy in Zukunft dafür genutzt werden könnte ahnungslose Bürger zu orten, ohne das diese etwas davon mitbekommen, kann zunächst beruhigt werden: Derzeit ist Powerspy noch in der Entwicklungsphase und wird kaum auf privaten Handys zum Einsatz kommen. Zudem muss das Programm derzeit auf jedes Handy einzeln angepasst werden um verlässliche Standortbestimmungen zu gewährleisten.

Somit ist es relativ unwahrscheinlich, dass man dieses Programm in nächster Zeit nutzen wird, um unbemerkt ein Handy orten zu können.