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mSpy: Hacker veröffentlichen Daten von Überwachten

mSpy: Hacker veröffentlichen Daten von Überwachten

Die Bitex Group Ltd. mit Hauptsitz in London, Hersteller der bekannten Spionage-App mSpy, wurde gehackt und private Fotos, Chat-Logs und andere Daten von mehr als 400.000 Nutzern wurden von den Hackern im Internet veröffentlicht.

Mit der App mSpy, welche für Android, iOS, Mac und PC angeboten wird, kann man nicht nur E-Mails, Browserverläufe, SMS oder Anrufe eines Handys abhören, sondern auch Handys orten, Chatverläufe von Instant-Messengern wie WhatsApp, Snapchat oder Skype einsehen, private Fotos und Videos anschauen oder das Handy aus der Ferne steuern.

Unbekannte haben nun mehrere hundert Gigabyte an persönlichen Daten von mehr als 400.000 Kunden, welche die Spionage-App mSpy nutzen, online gestellt. Dazu zählen mitunter sehr sensible Daten wie Kennwörter, Bankdaten, Tracking-Daten, private Fotos oder Chat-Protokolle. Betroffen sind nicht nur die direkten Kunden von mSpy, sondern auch die überwachten Zielpersonen.

Für die Überwachten ist die Offenlegung Ihrer Daten unter Umständen besonders kritisch, da diese in manchen Fällen nichts von der Spionage wissen und dementsprechend auch keine Kenntnisse davon haben, dass ihre Daten jetzt im Netz kursieren. Eigentlich soll mSpy dazu dienen die eigenen Kindern zu überwachen, Angestellte zu beaufsichtigen oder das eigene Handy vor Diebstahl zu sichern. Die App wird aber von manchen Nutzern rechtswidrig verwendet, z. B. um zu schauen, ob der Partner einem treu bleibt oder um Angestellte ohne deren Wissen zu überwachen.

Die Daten wurden in das sogenannte Deep Web gepostet, einen Teil des Internets, der über normale Suchmaschinen nicht auffindbar ist, und sind nur über den anonymen Browser Tor erreichbar. Entpackt sollen die Daten mehr als ein Terabyte groß sein.

Nachdem die Bitex Group Ltd. den Hack anfangs noch abstritt, hat sie den Hack ihrer Datenbanken mittlerweile bestätigt. Laut Amelie Ross, Sprecherin der Bitex Group, sagte jedoch, dass das Ausmaß der Datenlecks nicht so groß sei, wie angenommen und nicht 400.000, sondern nur 85.000 Nutzer betroffen seien.