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HTC First – ein Flop? Warum?

Das HTC First sollte das erste schicke Facebook Phone werden, auf dem Home, der eigene Launcher, Sperrbildschirm etc. des sozialen Netzwerks vorinstalliert ist. HTC lehnte sich in einer sowieso schon schweren Lage – finanzielle Misserfolge und Probleme mit Lieferengpässen des HTC One – weit aus dem Fenster. Nun gilt das erste Facebook Phone als Flop, 1 Monat nach seiner Veröffentlichung in den USA. Woran liegt das?

In Deutschland sollte man das erste Problem schon damit haben, dass das Gerät nicht IN Deutschland erschienen ist, obwohl Facebook Home hier verfügbar ist. Das ist definitiv schwach.
Ehrlich gesagt ist das aber das einzige Problem, das ich am HTC First sehe. Das Smartphone selbst ist ein tolles Gerät. Mitterweile wurde der Preis in den USA von 99$ mit Vertrag auf nur 99 Cent (oder 350$ ohne Vertrag) gesenkt. Für diesen knappen Dollar bekommt man ein sehr gutes Mittelklasse-Smartphone, das schick aussieht und unter der Home-Oberfläche von Stock Android 4.1 betrieben wird.

Facebook Home ist für die einen interessant, für die anderen nicht, aber das ist nicht der entscheidende Punkt im HTC First. Denn mit ein paar Klicks in den Einstellungen lässt sich Home völlig vom Gerät entfernen. Darunter gibt es pures Stock-Android in bester Form, was kaum ein anderes Gerät, abgesehen von den Nexus-Smartphones, bietet. Was spricht für das HTC First?

Das Design: Das First ist ein unheimlich minimlistisches und schickes Smartphone, das mit seiner griffigen Polycarbonat-Oberfläche, die weitaus besser als das glitschige Plastik in Samsung-Geräten ist, sehr gut in der Hand liegt, kommt in verschiedenen gut ausgewählten Farben und beeindruckender Schlichtheit. Ich ziehe dieses Gerät vom Aussehen allen anderen HTC Geräten bis auf das One vor. Auch andere Anbieter können nicht mit diesem schlichten Design mithalten.

Stock-Android: Das Betriebssystem ist ein Pluspunkt. Kein Sense 5 oder andere Veränderungen, sondern Stock-Android auf einem Facebook Phone. Wer Home will, der nutzt es, wer nicht, der stellt es ab. Was will man mehr als die Entscheidungsfreiheit zu einer dieser beiden Möglichkeiten? 4.1 ist zudem relativ aktuell und kommt auch im HTC One zum Einsatz, wo es allerdings von Sense 5 überschattet wird.

Die Spezifikationen: Das First ist kein High-End Smartphone, soviel ist sicher. Das sollte es auch nicht sein, wie Facebook auf dem Home-Event erklärte. Es ist aber eines der besten, wenn nicht das beste Mittelklasse-Android-Smartphone, das man momentan erstehen kann. Es bietet mit LTE besonders für die USA den nötigen Datenspeed, ein 4,3 Zoll HD-720p-Display mit einer Pixeldichte von 341 ppi, sehr guten Farben und Blickwinkeln, eine 5 Megapixel-Kamera ist Standard in vielen Mittelklasse-Geräten und reicht für die meisten völlig aus. Der Dual Core Snapdragon mit 1,4 Ghz lässt sowohl Home als auch Stock Android flüssig laufen, die 1 GB RAM sorgen für das nötige Multitasking und 16GB interner Speicher für den nötigen Platz. Das sind übrigens Specs, die bis auf die Kamera dem iPhone 5 ähneln!
Außerdem ist das Design wie oben angesprochen völlig gelungen.

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Wäre das Gerät in Deutschland erschienen, hätte ich definitiv überlegt, es zu kaufen. Das scheint also das größte Problem an einem sonst sehr guten Mittelklasse-Phone zu sein, die Verfügbarkeit.
Das zweite Problem, das HTC hat, ist die anfängliche und ausschließliche Zusammenarbeit mit nur einem Mobilfunkanbieter in den USA, nämlich AT&T. Das nimmt vielen möglichen Kunden die Entscheidung ab.
Hier sind Facebook und HTC leider schwach. Wieder einmal zeigt sich damit, dass ein Smartphone nicht immer nach seiner Qualität bewertet wird, sondern nach anderen Kriterien, die dem Nutzer wichtiger scheinen.

Übrigens hätte man mit Facebook Home auf dem HTC First die einzig wirklich erfüllende Home-Erfahrung bekommen, denn abgesehen von allen Features, die Home auch auf die anderen ünterstützen Geräte bringt, gibt es noch Extras: Alle Mitteilungen werden im Home-Sperrbildschirm angezeigt, nicht nur Messenger und Facebook wie bei Home auf einem HTC One beispielsweise. Mail, Kalender, Instagram, alles ist integriert in die Mitteilungen von Home. Ein riesiger Pluspunkt, den Facebook gegebenenfalls für alle Geräte mit Home nachrüsten sollte.

Hättet ihr das HTC First gekauft? Oder haltet ihr das erste Facebook Phone auch für einen Flop?

Bilder: HTC