Handy & Smartphone

Handy-Überwachung: Apps, Methoden und Abwehr

In diesem Artikel finden Sie alles zum Thema Handy-Überwachung: Wie man selbst ein Handy überwachen oder fernsteuern kann, gängige Überwachungs-Apps im Vergleich, Informationen zur Rechtslage in Deutschland und wie man sich selbst vor Handyüberwachung durch Nachrichtendienste, Hacker oder private Schnüffler schützen kann.

1. Überwachungs-Apps im Vergleich

Wir haben für Sie mehrere Anbieter, mit denen man ein Handy überwachen kann, verglichen. Sie finden in der Tabelle den Preis, einige Eckdaten und den Link zum Anbieter.

mSpy - App zur Handyüberwachungspyera - Überwachungs-AppMobistealth - Apps zur Handy-Überwachung
Bewertung
Preis pro Monatab $39,99ab $63ab $27
Mehr InfosMehr InfosMehr InfosMehr Infos
Live-Abhörfunktion
Anrufprotokolle
Abhören über Audiodatei
SMS und E-Mails mitlesen
Facebook und WhatsApp mitlesen
Browser-Verlauf
Standortbestimmung
Zugriff auf Fotos und Videos
Kontaktliste einsehen
Weitere FunktionenSpionage-Kamera
Alarmfunktion
Einsehen installierter Apps
Einsehen installierter AppsEinsehen installierter Apps
Geld-zurück-Garantie
Achtung: Handy-Spionage ist illegal und verboten wenn die Person, deren Handy ausspioniert wird, darüber nicht informiert ist und dem nicht zustimmt.

2. Wann darf man ein Handy überwachen?

In Deutschland ist die Überwachung (und damit auch die Handyortung) eines Handys grundsätzlich nur erlaubt, wenn es sich um das eigene Handy handelt. Ein fremdes Handy darf nur dann überwacht werden, wenn eine Einverständniserklärung des Nutzers vorliegt. Die Überwachung eines Handys ohne Zustimmung des Nutzers stellt eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts dar.

Auch wenn es verlockend erscheint in Erfahrung zu bringen, mit wem der Partner schreibt oder telefoniert, stellt die Überwachung des Handys ohne Erlaubnis des Handybesitzers eine Straftat dar, für die man zu (mitunter sehr hohen) Geld oder Freiheitsstrafen verurteilt werden kann.

2.1 Überwachung durch Polizei und Rettungsdienste

Unter bestimmten Vorraussetzungen dürfen staatliche Stellen wie Polizei oder Rettungsdienste auch ein Handy ohne Zustimmung des Besitzers orten oder überwachen, allerdings nur wenn dies zur Vereitelung einer Straftat oder zur Rettung aus einer lebensbedrohlichen Situation beiträgt und auch dann nur in Ausnahmefällen. Selbst die Polizei bedarf in den meisten Fällen einer richterlichen Genehmigung.

2.2 Handy-Überwachung mit Einverständnis

Erlaubt ist es hingegen ein Handy zu überwachen, wenn der Nutzer sein Einverständnis gibt. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn ein Arbeitnehmer ein Diensttelefon erhält, dass er nur für ganz bestimmte Zwecke nutzen darf. Wenn vertraglich geregelt ist, dass der Arbeitgeber die Nutzung überwachen darf, ist die Handy-Überwachung in diesem Fall legitim.

Der Nutzer muss jedoch genau darüber aufgeklärt werden, welche Daten gespeichert und ausgewertet werden. Nicht erlaubt ist es zum Beispiel Gesprächsinhalte aufzuzeichnen und mitzuhören, wenn im Vertrag lediglich festgehalten wurde, dass die Zeitpunkte und die Dauer von Gesprächen aufgezeichnet wird.

2.3 Überwachung der eigenen minderjährigen Kinder

Ebenfalls erlaubt ist es, dass Eltern das Handy ihres minderjährigen Kindes überwachen. Eltern brauchen in diesem Fall keine Einverständniserklärung ihres Kindes, da diese noch nicht mündig sind und Eltern im Interesse des Kindes Entscheidungen treffen dürfen.

3. Welche Daten können überwacht werden?

Bei einfachen Handys können z. B. folgende Daten oder Kommunikationskanäle überwacht werden:

  • Aufenthaltsort (ermittelt über das GSM-Netz)
  • Anrufverlauf
  • Telefongespräche
  • SMS und MMS

Bei Smartphones oder Tablets kann zusätzlich (z. B. mithilfe einer Überwachungs-App) folgendes ausspioniert werden:

  • Aufenthaltsort (ermittelt über GPS)
  • Verlassen eines vordefinierten Bereichs (Geo-Fencing)
  • Messenger-Apps, wie z. B. WhatsApp, Skype, Snapchat, iMessage, Telegram, Line oder Viber
  • Apps von sozialen Netzwerken, wie z. B. Facebook, Twitter, Instagram oder Google+
  • E-Mails
  • Browserverlauf
  • Persönliche Daten wie z. B. Bilder, Musik, Videos, E-Books und Dokumente
  • Kalender, Adressbuch und Notizen
  • Installierte Apps
  • Tastaturprotokoll
  • Systeminformationen, wie z. B. Akku-Stand, verbundene WLAN-Netzwerke, Speicherbelegung, IMEI oder Version des Betriebssystems

4. Gründe für Handy-Überwachung

Warum Smartphones oder Handys überwacht werden, hat vielfältige Gründe. Im Folgenden haben wir einige davon aufgeführt:

4.1 Sicherheit im Notfall

Durch Überwachung des Handys kann man unter Umständen eine höhere Sicherheit für Ihre Kinder oder Angehörigen erreichen, da durch Standortbestimmung verunglückte Personen schneller gefunden werden können.

4.2 Diebstahlschutz für das eigene Handy

Wer auf seinem eigenen Handy eine Überwachungs-App installiert, kann es bei Diebstahl oder Verlust aus der Ferne steuern und nicht nur die Wahrscheinlichkeit erhöhen, es wiederzubekommen, sondern auch verhindern, dass Dritte auf dem Handy gespeicherte Daten einsehen können.

4.3 Kontrolle von Mitarbeitern

Auch Firmen überwachen die Handys Ihrer Mitarbeiter, um mehr über diese zu erfahren, z. B. wie sie mit Kunden kommunizieren, wie ihr Surfverhalten auf dem Diensthandy ist und ob Mitarbeiter sich an den Orten aufhalten, an denen sie während der Arbeitszeit sein sollten.

4.4 Datendiebstahl

Handyüberwachung kann auch kriminelle Gründe haben, wie z. B. der Missbrauch von Passwörter, Kreditkarten- oder Bankdaten oder Identitätsdiebstahl.

4.5 Nachrichtendienste

Auch Nachrichtendienste überwachen mitunter massenhaft Handys, Smartphones und andere mobile Endgeräte. Als Beispiel dafür kann die NSA-Spähaffäre angeführt werden, im Zuge derer auch das Handy von Bundeskanzlerin Merkel abgehört wurde.

5. Wie kann man sich vor Handy-Überwachung schützen?

Man kann sich nie vollkommen sicher sein, ob das eigene Handy abgehört wird oder nicht. Aber es gibt einige Maßnahmen, welche das Risiko, von Nachrichtendiensten, Hackern oder privaten Schnüfflern ausspioniert zu werden, deutlich verringern.

So sollte man sein Handy oder Smartphone nur bei autorisierten Händlern kaufen und auch Apps nur aus vertrauenswürdigen Quellen herunterladen, wiedem Play-Store bei Android oder iTunes beim iPhone oder iPad. Zudem sollte man das Gerät niemandem leihen, der Spionage-Software dort installieren könnte. Auch von Vorteil ist es, eine Antiviren- oder Security-App wie zum Beispiel Lookout Mobile Security, AVAST Mobile Security & Antivirus oder CM Security zu installieren, welche Überwachungs-Apps und andere Schadprogramme recht zuverlässig erkennen können, und regelmäßig die Liste der Apps nach unbekannten Anwendungen zu durchsuchen.

Weiterführende Informationen darüber, wie Sie sich vor Handy-Überwachung und -Spionage schützen können, finden Sie in den Artikeln Anti-Spionage-Apps: 4 Apps, um sich vor Handy-Spionage zu schützen, So erkennen Sie Spionage-Apps und Schutz vor Handy-Spionage.