Handy & Smartphone

Handy orten ohne Zustimmung: Ist das erlaubt?

Die Versuchung, das Handy einer anderen Person ohne deren Zustimmung zu orten oder zu überwachen, ist groß und die Gründe dafür vielfältig. Der häufigste Fall ist wahrscheinlich, dass man das Handy des Partners ohne dessen Zustimmung orten möchte, weil man befürchtet, dass er einen betrügt oder hintergeht. Aber ist eine Handyortung ohne Zustimmung des Handybesitzers überhaupt erlaubt?

1. Motive für eine Handyortung ohne Zustimmung

Es gibt zahlreiche Motive, warum es für Menschen verlockend ist, ein Handy ohne Zustimmmung und ohne Wissen des Handybesitzers zu orten. Zu den häufigsten Motiven zählen:

  • Überwachung des Partners (z. B. bei Verdacht auf Fremdgehen)
  • Die Kontrolle von Mitarbeitern (um z. B. um Aufenthaltsort und Arbeitszeiten nachvollziehen zu können)
  • Ortung des Schwarms
  • Überwachung der eigenen Kinder oder Enkel
Keines dieser Motive, abgesehen von der Ortung der eigenen minderjährigen Kinder durch die Eltern, stellt eine rechtliche Legitimation dar. Ein Handy, Smartphone, Tablet oder ein anderes mobiles Endgerät ohne Zustimmung des Besitzers zu orten ist gesetzlich nicht zulässig.

2. Wer darf ein Handy ohne Zustimmung orten?

Grundsätzlich ist die Handyortung ohne Zustimmung in Deutschland vom Gesetzgeber untersagt. Mit Ausnahme von Eltern, die das Handy ihrer eigenen minderjährigen Kinder orten möchten, darf nur die Polizei darf den Standort eines Handys ohne Wissen und ohne ausdrückliche Erlaubnis des Besitzers ausspähen. Allerdings ist dies nur in folgenden Fällen erlaubt:

  • Wenn eine Straftat vorliegt (oft auch nur in schwerwiegenden Fällen)
  • Wenn eine akute Gefahr für das Leben oder die Gesundheits eines Menschen besteht
  • Zur Aufklärung einer Straftat

Die Ortung eines Handys muss dabei durch einen Staatsanwalt oder sogar einen Richter genehmigt werden. Zu den rechtlichen Grenzen der Handyortung hat Computerbild ein gutes Video veröffentlicht:

3. Welche Strafen können drohen?

Die heimlich Ortung oder Überwachung eines Handy stellt eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts dar und ist und außerdem der Tatbestand des §202a StGB (Ausspähen von Daten).

Betroffene können nicht nur die künftige Unterlassung einklagen, sondern auch auf Schadensersatz oder Schmerzensgeld klagen. Zusätzlich kann denjenigen, die ein Handy oder Smartphone unerlaubt überwachen, ein Strafverfahren drohen.

4. Vorsicht vor unseriösen Anbietern

Viele Anbieter von Handyortungsdiensten oder -software werben damit, ein Handy ohne Zustimmung des Handybesitzers orten zu können. Es handelt sich dann zwar meistens um Fun-Apps, die einen erfundenen Standort oder den eigenen Standort angeben. Dennoch sollten Sie mit solchen Diensten vorsichtig sein und darauf achten, dass diese Dienste nach der Zustimmung des Handybesitzers fragen.

Seriöse Ortungsdienste fordern immer eine Zustimmung des Handybesitzers.