Internet & DSL

Gericht verbietet Drosselung der Telekom in DSL-Tarifen

Gestern ging eine Nachricht durch alle medialen Kanäle, die wahrscheinlich einen Großteil der deutschen Internetnutzer, zumindest kurzzeitig, aufatmen ließ.

Das Kölner Landgericht hat einer Klage der Verbraucherzentrale NRW stattgegeben, die sich gegen die geplante Drosselung der Surfgeschwindigkeit in den DSL-Tarifen der Telekom wendet.

Für die, die es schon wieder vergessen oder noch gar nicht mitbekommen hatten, nochmal der Stein des Anstoßes: die deutsche Telekom hatte im vergangenen April angekündigt, das ihre DSL-Tarife in Zukunft ohne eine richtige Flatrate auskommen müssten. Stattdessen sollte die DSL-Geschwindigkeit nach einem festgelegten Volumen auf einen minimalen Teil der möglichen Geschwindigkeit gedrosselt werden. Erst waren das 384 kbit/s, später 2 Mbit/s. Wer trotzdem mit einer „echten“ Flatrate weitersurfen wolle, müsse dann noch zusätzlich blechen, so die Telekom. Das pikante an der Sache: ausgenommen von der Drosselung sollten alle Dienste der Telekom sowie ihrer Partner sein. Eindeutig eine Verletzung der Netzneutralität.

Bild: Deutsche Telekom

Nun ist gestern eben dieses Urteil gefallen. Aber was heißt das nun? Erst einmal gar nichts. Denn wie immer bei Gerichtsurteilen kann der Angeklagte in Berufung gehen. Und das wird die Telekom mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit machen, wie sie gestern verlauten ließ.

Außerdem gibt es da noch ein Problem: das Urteil bezieht sich bis jetzt nur auf den Begriff „Flatrate“, den die Telekom natürlich für ihr Drossel-Tarife nutzen wollte.

Das heißt, die Telekom kann ihr Tarife trotzdem drosseln, nur unter einem anderen Namen wie „Volumentarif“ oder zum Beispiel „Fair-Tarif“. Somit ist zwar ein kleiner symbolischer Schritt gegen die Telekom getan, aber das Problem ist nicht gelöst.

Und außerdem ist die Telekom ja auch gar nicht allein mit ihren Plänen. Denn auch o2 hat vor Kurzem angekündigt, seine DSL-Tarife in Zukunft unter gewissen Bedingungen zu drosseln.

Wie steht ihr nun zu diesem Thema? Ist das Problem gelöst? Oder wird die Telekom sich schon noch irgendetwas einfallen lassen? Eure Meinung in die Kommentare!

Via: Caschys Blog; Quelle: Justiz NRW