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Die Zukunft der Cyberkriminalität liegt im Smartphone

Der Kaspersky Jahresreport zeigt eines ganz deutlich, neben Windows Malware ist das zweite große Feld, auf dem sich Cyberkriminelle aktuell bewegen, das mobile Betriebssystem Android.
Im mobilen Sektor ist das Google-Betriebssystem das beliebteste Ziel von Cyberkriminellen. 98 Prozent aller mobilen Schädlinge zielen auf das relativ offene Betriebssystem ab.

 

Über 143.000 neue mobile Schadprogramme im Jahr 2013

Schädlinge Die Zukunft der Cyberkriminalität liegt somit im mobilen Sektor. Dies verwundert im Prinzip nicht. User nutzen mobile Endgeräte mittlerweile für alles, für das früher Notebooks oder Desktop PCs genutzt worden sind. Mit dem Smartphone oder Tablet werden Bankgeschäfte erledigt und von der Couch aus in den Weiten des Netzes geshoppt. Seitdem Banking-, Kreditkarten- und Shop-Daten auf den Geräten zu finden sind, steigt das Interesse der Cyberkriminellen stark an.

Schadsoftware

Der Großteil der mobilen Schädlinge zielt darauf ab, dem User Geld zu entwenden. In Zahlen bedeutet das, dass im Jahr 2013 die Anzahl mobiler Phishing Angriffe um das 19,7-Fache gegenüber dem Jahr 2012 gestiegen ist. Phishing Angriffe sind solche, bei denen der Cyberkriminelle versucht, die Bank- oder Kreditkartendaten von Usern zu stehlen. Ein weiterer Vorteil der mobilen Endgeräte ist zudem, dass sie rund um die Uhr online sind. Lief der Desktop PC früher nur ein paar Stunden am Tag, ist das Handy oder der Tablet-PC mittlerweile 24-Stunden am Tag angeschaltet. Somit haben Angreifer auch rund um die Uhr die Möglichkeit, Angriffe zu starten.

 

Mobile Malware greift Windows XP an

Schadsoftware XP
Besonders perfide ist, dass mithilfe der mobilen Schädlinge im Jahr 2013 auch Angriffe auf Windows XP Computer gestartet wurden. Der Trojaner, der in Form eines Optimierungsprogrammes fürs Handy im Google Play Store heruntergeladen werden konnte, schreibt sich in einem ersten Schritt ins Root-Verzeichnis der SD-Karte des Telefons ein. Wird dieses Telefon nun per USB-Emulationsmodus an einen Windows Computer angeschlossen, infiziert der Schädling im zweiten Schritt den Computer.

Der Grund, warum Kriminelle solch einen Aufwand betreiben, ist einfach zu erklären: Die zwei Faktoren, mit denen heutzutage Bankkonten gesichert sind, sind zum einen Passwörter für den Bankaccount und daneben mTAN Nummern, die von den Bankinstituten per SMS an die Nutzer versendet werden. Hat ein Cyberkrimineller also Zugriff auf Computer und auch auf das Smartphone von einem User, kann er ohne weitere Probleme vollen Zugriff auf das Bankkonto erlangen.

Kaspersky geht davon aus, dass solche Banking-Angriffe auch in diesem Jahr weiter zunehmen werden, schließlich sind sie das lukrativste Mittel, um schnell an Geld zu kommen. Im letzten Jahr belegt Deutschland hinter Russland, Indien, Vietnam, der Ukraine und Großbritannien den sechsten Platz in der Rangliste der Infektionsversuche von mobilen Schädlingen.

Zukünftig könnte es zudem möglich sein, dass infizierte mobile Endgeräte nicht nur PCs, sondern auch WLAN oder ganze Netzwerke angreifen und infizieren. Vor allem Android Nutzer sollten sich der Gefahr der mobilen Bedrohung bewusst sein. Die Sicherheitshersteller haben längst nachgerüstet und bieten eine Vielzahl von Produkten an, um neben dem Windows PC auch das Android-Smartphone oder -Tablet zu schützen.

Über den Autor:
Timm Hendrich von Netzsieger