Handy & Smartphone

BKA verschickt vermehrt Stille SMS zur Handyortung

BKA verschickt vermehrt Stille SMS zur Handyortung

Das BKA hat im vergangenen Halbjahr die Versendung sogenannter Stiller SMS (auch Stealth Ping oder Silent SMS genannt) massiv ausgeweitet. Laut einem Bericht der Tagesschau wurden vom BKA im 2. Halbjahr letzten Jahres ca. 117.000 solcher SMS verschickt und damit über fünf mal mehr als im 1. Halbjahr 2015.

Diese Überwachungsmethode wir schon seit Jahren von BKA, Verfassungsschutz, Zoll oder auch Landeskriminalämtern eingesetzt, um Bewegungsprofile verdächtiger Personen zu erstellen. Dazu wird eine spezielle SMS an des Handy des Überwachten geschickt, deren Erhalt der Handybesitzer nicht registrieren kann, da weder ein Signalton abgegeben noch die Nachricht angezeigt wird. Durch den Versand dieser Stillen SMS wird der Standort des Handys an den Provider gesendet, woraus sich bei wiederholtem Versand dann Bewegungsprofile erstellen lassen. Diese Daten können nach richterlichem Beschluss von Ermittlungsbehörden eingesehen werden.

Stille SMS werden von Datenschützern, Strafrechtlern und Oppositionspolitikern seit Jahren kritisiert, da sie einen massiven Eingriff in die Privatsphäre darstellen und viele Kritiker der Ansicht sind, dass es sich um eine aktive Überwachungsmaßnahme handelt, da die Daten erst durch den von den jeweiligen Behörden eingeleiteten Versand der SMS zustande kommen. Werden Telekommunikationswege überwacht, darf eigentlich nur passiv mitgelauscht werden.

Auch wird oft kritisiert, dass Ermittlungsbehörden bezüglich ihrer Überwachungsmethoden zu intransparent sind. So werden z. B. die Überwachungen mithilfe Stiller SMS  beim Zoll seit Jahren unter Verschluss gehalten. Zudem ist unbekannt, wie oft andere Technologien, wie z. B. SS7 (kurz für Signalling System 7), beim Abhören von Mobilfunkgeräten zum Einsatz kommen.